US-Gesetzentwurf zur Meldung von UAP (zivile Luftf.)

Zwei Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses (Robert Garcia (Demokraten) und Glenn Grothman (Republikaner) haben am 11.01.2014 einen neuen Gesetzesentwurf eingebracht, der es Piloten und anderem Personal in der zivilen Luftfahrt erleichtern soll, Sichtungen von Unidentifizierten Anomalen Phänomenen ohne Repressalien zu melden. Das Gesetz wird als „Safe Airspace for Americans Act“ (Gesetz über einen sicheren Luftraum für Amerikaner) bezeichnet. Grothman ist der Vorsitzende und Garcia das ranghöchste Minderheitsmitglied des Unterausschusses für nationale Sicherheit, Grenzsicherung und auswärtige Angelegenheiten des „House Committee on Oversight and Accountability“.

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass binnen 180 Tagen seitens der US-Luftfahrtbehörde FAA (Federal Aviation Administration) Prozeduren und Standards entwickelt werden, mittels derer "ziviles Flugpersonal, Fluglotsen, Flugbegleiter, Instandhaltungspersonal, Flugdienstberater, Luftfahrtunternehmen oder -betreiber und Flughäfen" der FAA Begegnungen mit UAP melden können. Ferner, dass die FAA die einschlägigen Daten, einschließlich Radardaten, Kommunikation mit den Piloten und Daten über "schädliche physiologische Auswirkungen oder die Unterbrechung, Störung oder Interaktion mit Fluginstrumenten, die möglicherweise durch unidentifizierte anomale Phänomene verursacht werden", aufbewahrt. Schließlich soll auch gewährleistet werden, dass FAA-Mitarbeiter zeitnah die gemeldeten Vorfälle untersuchen, um „die Bedrohung zu bewerten, die solche Vorfälle für die Sicherheit des nationalen Luftraumsystems darstellen"Die FAA würde auch verpflichtet, alle Berichte an das All-Domain Anomaly Resolution Office (AARO, UAP-Büro des Pentagons) weiterzuleiten.

Der Gesetzentwurf würde die FAA-Administraton auch anweisen, innerhalb von 180 Tagen "eine Kommunikationsstrategie zu implementieren, um die Öffentlichkeit einzubeziehen und das Meldeverfahren bekannt zu machen“.

Der Gesetzesentwurf sieht außerdem vor, dass "die Entdeckung, das visuelle Beobachten oder die Meldung nicht identifizierter anomaler Phänomene (...) bei der Bewertung der mentalen Standards für die Ausstellung von Tauglichkeitszeugnissen ... [oder] ... zur Bewertung der Befähigung von Flugpersonal" nicht berücksichtigt werden darf. Weiters verbietet der Entwurf Maßnahmen seitens Bundesbehörden oder deren Subunternehmer, "gegenüber einer Person als Repressalie für die Entdeckung, die visuelle Beobachtung oder die Meldung nicht identifizierter anomaler Phänomene [zu] ergreifen oder unterlassen bzw. mit einer solchen Maßnahme [zu] drohen". Dasselbe gilt für private Luftfahrtunternehmen gegenüber ihren Mitarbeitern.

Es ist die gemeinsame Absicht des Kongresses, dass „(1) alle Begegnungen mit nicht identifizierten anomalen Phänomenen durch Luftfahrtpersonal gemeldet werden sollten, insbesondere wenn solche Begegnungen ein potentielles Sicherheits- oder nationales Sicherheitsrisiko darstellen; und (2) Arbeitgeber und Regierungsbeamte Maßnahmen ergreifen sollten, um das Stigma der Meldung unidentifizierter anomaler Phänomene zu verringern".

Der Gesetzentwurf übernimmt die Definition von UAP, die bereits Teil des Gesetzes ist, mit dem die AARO ins Leben gerufen wurde. Diese Definition umfasst Objekte in der Luft, unter Wasser, sowie Transmedium-Objekte, die sich zwischen Weltraum, der Atmosphäre und im Wasser bewegen und nicht unmittelbar identifiziert werden können.

D. Dean Johnnson zitiert auf X den Abgeordneten Garcia: "UAP-Transparenz ist unglaublich wichtig für unsere nationale Sicherheit, weshalb wir einen Raum schaffen müssen, in dem die in der Luftfahrt Tätigen die Möglichkeit haben, über ihre Erkenntnisse und Erfahrungen zu berichten", und weiter, dass der Gesetzesentwurf "eine wichtige Initiative ist, die es denjenigen an der Frontlinie unseres Himmels ermöglicht, wertvolle Informationen über UAP-Sichtungen beizutragen, die dazu beitragen können, dass potenzielle Bedrohungen gründlich untersucht werden. Da die Mehrheit der Amerikaner der Meinung ist, dass die Regierung Informationen über UAPs unterdrückt, unterstreicht unsere parteiübergreifende Initiative die Notwendigkeit von Transparenz seitens der Bundesregierung in Bezug auf UAPs, um die Sicherheit der amerikanischen Bürger besser zu schützen."

Der Gesetzentwurf ist noch nicht im Kongress behandelt und verabschiedet, es sind also auch noch Änderungen möglich, sofern er angenommen wird.

» Der vollständige Text des Gesetzentwurfs steht hier als PDF zur Verfügung «

 

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